LEITBILD DES DECET NETZWERKS

Alle Kinder haben das Recht auf Entfaltung ihrer Potentiale. Sie brauchen dazu ein Lebensumfeld, das ihnen und den Erwachsenen, die mit ihnen leben und arbeiten, Respekt entgegenbringt und ihnen aktive und ausreichende Teilhabe an den gesellschaftlichen Ressourcen ermöglicht. Eine solche Kultur des Aufwachsens erkennt an, dass Kinder und ihre Familien unterschiedliche Voraussetzungen, Bedürfnisse, (Lebens-)Vorstellungen und Kompetenzen in die soziale Gemeinschaft einbringen. Sie achtet darauf, dass Unterschiede in der ethnischen Zugehörigkeit, der Geschlechtszugehörigkeit, die Zugehörigkeit zu einer sozioökonomischen Klasse oder Schicht, Unterschiede in den Lebensformen, sexuelle Orientierung, die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft, Unterschiede in den körperlichen, seelischen und geistigen Potentialen sowie Alters- und Entwicklungsunterschiede wertgeschätzt und gewürdigt werden. Unterschiede dürfen nicht zu Benachteiligungen bei der aktiven, ausreichenden Teilhabe und Gestaltung der gesellschaftlichen an Ressourcen führen.

Kindergärten und andere Kindertageseinrichtungen sind Bestandteil einer solchen Kultur des Aufwachsens. Sie erfüllen wichtige Aufgaben für das Aufwachsen von Kindern und bedürfen hierzu ausreichender gesellschaftlicher Unterstützung und Ausstattung.

DECET fördert in der Praxis frühkindlicher Erziehung, in der Ausbildung, Fortbildung und Beratung die Entwicklung und Umsetzung einer pädagogischen Arbeit, die die Achtung von Unterschieden mit dem Ziel der Gleichberechtigung verbinden. Allgemeine Orientierung der Arbeit des Netzwerks ist die UN-Kinderrechts-Konvention.

DECET sieht es als Aufgabe der Arbeit in Kindertageseinrichtungen und im Gemeinwesen mit Kindern und Erwachsenen Gemeinschaften zu bilden, in denen Fähigkeiten, Einstellungen und das dazu notwendige Wissen entwickelt werden/entstehen können, damit jede/r

  • sich aufgehoben fühlen kann
  • in vielseitigen Aspekten ihrer bzw. seiner Identitätsentwicklung Unterstützung und Wertschätzung erfährt
  • in interkulturellen Begegnungen lernen kann
  • aktiv eintritt gegen Voreingenommenheiten und Vorurteile durch zugewandte Kommunikation und die Bereitschaft, sich in Frage zu stellen und dazu zu lernen
  • aktiv an Gesellschaft teilhaben kann
  • Bündnisse schließt, um institutionelle Strukturen und Formen von Diskriminierung offen zu legen und auf ihre Beseitigung hin zu wirken.

Ziele der Vernetzung innerhalb von DECET

1. im eigenen Land und in Europa aktiv und kritisch an der Entwicklung pädagogischer Ansätze arbeiten, die auf die Achtung von Unterschieden und auf Gleichwürdigkeit zielen

2. bei der Entwicklung solcher Ansätze die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung der Berufsgruppen und der Entscheidungsträger aus Praxis, Aus- und Fortbildung, Beratung, Wissenschaft und Politik intensivieren

3. ein Angebot an Kindertageseinrichtungen fordern und fördern, das in Quantität und Qualität den unterschiedlichen Voraussetzungen, Bedürfnissen und Möglichkeiten der Kinder und Familien gerecht wird

4. Kinder und Eltern unmittelbar an der Gestaltung eines solchen Angebotes beteiligen und Beteiligungsformen entwickeln und umsetzen, die den Voraussetzungen, Bedürfnissen und Möglichkeiten der Kinder und Eltern entsprechen

5. in der Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte stereotypes Denken und diskriminierendes Handeln problematisieren, differenzierte Wahrnehmung fördern und situationsangemessenes Handeln erproben

6. in der Organisationsentwicklung institutionelle Diskriminierungen überwinden

7. durch Forschung und sorgfältige Reflektion der Praxis neue Einsichten, Wissen und Erkenntnisse gewinnen

8. mit anderen Netzwerken innerhalb und außerhalb Europas zu kooperieren.

 


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